Artenschutz

Im Kreis Euskirchen möchten wir auch 2017 einen Beitrag dazu leisten, dass sich der Kiebitz wieder ausreichend vermehrt.
Die Biologische Station hat 2016 in Zusammenarbeit mit den Landwirten, der Landwirtschaftskammer, dem Rheinischen Verband für Landwirtschaft und ehrenamtlichen Naturschützern in drei Schwerpunkträumen Beobachtungen zur aktuellen Verbreitung des Kiebitzes zusammengetragen. Dies erfolgte v.a. in Euskirchen, Zülpich und Weilerswist.
Zum Schutz der Bruten wurden die Gelege markiert.

Die Landwirte wussten so, wo Nester sind und konnten sie von der Bearbeitung aussparen. Da der Kiebitz ziemlich ortstreu ist und regelmäßig in den gleichen Regionen brütet, ist davon auszugehen, dass es auch 2017 im Umfeld der letztjährigen Bruten/Brutversuchen wieder zu Kiebitzbruten kommen wird.
Wo man vermehrt mit Kiebitzbruten rechnen muss kann man aus dieser Karte entnehmen.

Die Biologische Station wird 2017 in Zusammenarbeit mit den Landwirten mit der Erfassung der Kiebitzgelege fortfahren.
Besonders in den Räumen Merzenich/Bürvenich/Langendorf, Euskirchen-Frauenberger Straße/Elsig, und Großbüllesheim/Derkum/Straßfeld, aber auch draüber hinaus. Sobald diese sichere Hinweise darauf hat, wird sie die Landwirtschaftskammer (oder falls bekannt auch dirkekt den Landwirt) darüber informieren, in welchen Parzellen Bruthinweise vorliegen. Weiteres ist auch einem aktuellen Erfahrungsbericht  zu entnehmen.

Für nähere Infos bitte Fotos anklicken:

                  

            

Die Kammer wird daraufhin die entsprechenden Landwirte darüber informieren, da sie die Bewirtschafter aus Datenschutzgründen nicht direkt an die Biologische Station weiterleiten darf. Gleichzeitig versucht die Biologische Station besonders in Äckern, bei  denen den Gelegen durch kommende Bearbeitungsschritte Gefahr zu drohen scheint, die genauen Neststandorte zu finden und markiert sie.
Dadurch haben die Landwirte Gelegenheit, die Kiebitzgelege von der Bearbeitung auszusparen. Dabei greift diese gerne auf das Fachwissen der Landwirte und ihren Kenntnissen
über den Kiebitz zurück. Wem noch weitere Flächen im Kreis Euskirchen bekannt sind, in denen der Kiebitz in den letzten zwei Jahren gebrütet hat oder dieses Jahr brütende Kiebitze beobachtet, sollte sich bei der Biologischen Station im Kreis Euskirchen melden. Sie ist auch an Erfahrungen von Landwirten interessiert, die selber Gelege suchen und Bereiche um die Nester bei der Bewirtschaftung zu umfahren. Wir möchten 2017 die Kenntnisse über den Kiebitz und seine Vorkommen im Kreis Euskirchen vertiefen und gemeinsam mit den Landwirten versuchen ihn zu schützen. Nur so können wir herausbekommen, ob und ggfs. was wir in den kommenden Jahren in unserer Region für den Kiebitzschutz tun können.

         

                        

Am 19.04.2017 waren erste Erfolge zu verzeichnen.
Für nähere Informationen, klicken Sie bitte auf die folgenden Abbildungen:

   

      

Für Fragen wenden Sie sich bitte an: Julia Zehlius, 02486 950717, 0177 5766332. J.zehlius@biostationeuskirchen.de

 

Kiebitzschutz bei der Feldbestellung
- Praktische Handlungsempfehlung für den Landwirt ‐

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Aufruf zur Mithilfe

Wenn sie Beobachtungen zu Feldhamstervorkommen (lebendes Tier, Todfund, Hamsterbau) gemacht haben oder machen, dann melden Sie diese bitte.

Jeder Hinweis kann von Bedeutung sein, und zum Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Tierarten beitragen.

Wir nehmen Ihre Hinweise gerne entgegen:

Kreis Euskirchen, Untere Landschaftsbehörde, Jülicher Ring 32, 53879 Euskirchen
Tel.: 02251 15183 / 185, mailbox(at)kreis-euskirchen.de

Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V., Steinfelder Str. 10, 53947 Nettersheim
Tel.: 02486 9507-0, info(at)biostationeuskirchen.de

Weitere Informationen zum Feldhamster:

www.kreis-euskirchen.de

Biologische Station/Projekte/Aktuell/Feldhamster

Radiobeitrag Feldhamster, Leonardo vom 13.08.2015 mit Ute Köhler und Stefan Meisberger

Radiobeitrag: Erst eine Plage, jetzt vom Aussterben bedroht

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Eine Idee bei der Einrichtung der Biologischen Stationen in NRW war es, das große Know How und Engagement vieler Ehrenamtlich tätigen Naturschützer in die Arbeit zu integrieren. Im Kreis Euskirchen findet das auch in einem großen Umfang statt. Unter anderem spiegelt sich das im Artenschutz wider:

Der Arbeitskreis Ampbibien und Reptilien wird durch die Biologische Station koordiniert. Ehrenamtlich erhobene Daten über Amphibien und Reptilien im Kreis Euskirchen werden in einem Geografischen Informationssystem eingegeben und stehen anschließend für wichtige Fragestellungen im Naturschutz zur Verfügung.

  

Knoblauchkröte (Foto: A. Schumacher)

        

 Geburtshelferkröte (Foto: Biolog. Station)     Springfrosch (Foto: Dietrich Sommerfeld)             Kreuzkröte (Foto: Biolog. Station)

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis werden gezielt Maßnahmen durchgeführt, die u.a. Reptilien und Amphibien helfen können. Hier wird z.B. in einem Naturschutzgebiet in einem ehemaligen Steinbruch bei Zülpich-Geich ein wärmebegünstigter Bereich freigeschnitten, um unter anderem. einen Lebensraum der Waldeidechse in der Börde zu optimieren.

Auch der „Orni-Arbeitskreis“ trifft sich seit vielen Jahren. Hier kommen zweimal jährlich  vogelkundlich interessierte und versierte Ehrenamtliche unter der Leitung der Biologischen Station zusammen. Sie tauschen sich aus und helfen mit bei dem Zusammentragen von Daten über die Vogelwelt im Kreis Euskirchen. Die gewonnenen Erkenntnisse und Daten fließen auf verschiedenen Wegen in die Arbeit der Biologischen Station oder auch des Kreises und Landes ein. So kann z.B. der Grauammer unter anderem im Vertragsnaturschutz jetzt gezielter geholfen werden, da Ehrenamtlich tätige Vogelkundler die Erhebungen der Biologischen Station im Kreis Euskirchen unterstützt haben. Das gilt z.B. auch für den Kiebitz. Auch für die Aktualisierung der Roten Listen in NRW werden die Kenntnisse der Ehrenamtler im Kreis Euskirchen so gebündelt und fließen in die aktuellen Rote Liste NRW ein.

Fotos: v.l.n.r.  Jo Weiss, Reiner Weiher

Aktuelle Artenschutzthemen:

Dunkelbrauner Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous)

Foto: Michael Schulze, Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V.


Der Kreis Euskirchen wird von Schmetterlingskundlern und –interessierten gerne besucht, da er einer großen Artenvielfalt Lebensräume bietet. Daher ist auch einiges vor allem über die Tagfalter in unserem Arbeitsgebiet bekannt. Es gibt aber auch immer wieder neue Erkenntnisse, die unter Umständen von Bedeutung für die Naturschutzarbeit vor Ort sein können.
So bekamen wir 2013 Fotos von einem bisher unbekannten Vorkommen des Dunkelbraunen Ameisenbläulings zugeschickt und konnten dadurch auch direkt sicher sein, dass es sich  bei der Meldung wirklich um die genannte Art handelt. Auch hier hat sich wieder eine sehr konstruktive Zusammenarbeit mit örtlichen Ehrenamtlern entwickelt.
Dieser braune „Bläuling“ gehört zu den sogenannten „FFH-Arten“, dabei handelt es sich um Pflanzen und Tiere, die nach der EU-weiten „Flora- Fauna- Habitatrichtlinie“ besonders geschützt sind. In Nordrhein-Westfalen gilt er in der Roten Liste auch als „stark gefährdet“. Seine Lebensweise bringt es mit sich, dass er in seinen verschiedenen Lebensphasen spezielle Anforderungen an sein Umfeld stellt. Als Schmetterling benötigt er z.B. Blüten des Großen Wiesenknopfes als Nektarpflanze. Auch seine Eier legt er dort ab. Die kleinen Larven lassen sich dann im vierten Larvenstadium auf den Boden fallen und sich von Knotenameisen in ihr Nest tragen. Dort ernähren sie sich dann von der Ameisenbrut.
Wenn man diese Art in ihrem Vorkommensgebiet erhalten will, müssen demnach verschiedene Faktoren stimmen, das macht den Schutz einer Art nicht gerade einfach. Die Biologische Station versucht daher gemeinsam mit engagierten Ehrenamtlern vor Ort genauer zu ermitteln, wo die Art noch vorkommt. Gemeinsam mit zuständigen Behörden (vor allem der Unteren Landschaftsfbehörde) und Landwirten in der entsprechenden Region wird jetzt versucht, die bestehenden Vorkommen zu erhalten und verbessern.
Eine Maßnahme besteht z.B. darin, dass in dem Kerngebiet der Art Straßenbegleitgrün und Wegränder in der Zeit zwischen dem 1.6. und Mitte September nicht gemäht werden sollten, damit der Große Wiesenknopf zur Flugzeit des Falters (ca. Anfang Juli bis Mitte August) in Blüte ist, die Eiablage erfolgen kann und die Larven schlüpfen und sich im vierten Larvenstadium auf den Boden fallen lassen zu können.
Eine andere Maßnahme besteht darin, Landwirte über die Vorkommen zu informieren und ihnen Maßnahmen vorzuschlagen, die der Art auf der betroffenen Fläche hilft. In der Regel können die Landwirte für diese Maßnahmen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes Gelder beantragen. Das erfolgt z.B. in dem schon langjährig bekannten Vorkommen im Kalkarer Moor schon seit vielen Jahren, so dass die Art bis jetzt dort erhalten werden konnte.
Wenn die Stabilisierung der Art im Münstereifler Höhengebiet gewährleistet ist wird auch versucht werden, das Vorkommensgebiet durch geeignete Maßnahmen wieder auszuweiten.

Weitere Informationen über geschützte Arten in NRW unter:
www.naturschutzinformationen-nrw.de

Die Biologische Station im Kreis Euskirchen unterstützt die EGEulen vor allem bei ihrer Arbeit zum Steinkauz. Die EGEulen hat seit vielen Jahren in vielen geeigneten Bereichen Nisthilfen für den Steinkauz aufgehängt. Diese müssen jährlich betreut und gewartet werden. Hier helfen z.B. Praktikanten oder Mitarbeiter im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei der Kontrolle der Nistkästen.


            
Peter Müller (EGEulen)