LEADER-Projekt „DorfBioTop“

Erhaltung und Förderung der orts- und landschaftstypischen Biodiversität
im Dorf und im dörflichen Umfeld
Laufzeit: 01.01.2017 bis 31.12.2019

Projektförderer:    Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums:
                             Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete unter Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen.

                                                        

Projektträger:                          Kooperationspartner:                 

Kontakt zur Projektmitarbeiterin:

MSc Jennifer Thelen
Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V.
Steinfelder Straße 10,
53947 Nettersheim
Di und Mi, 9-14 Uhr: 02486-9507-17, j.thelen@biostationeuskirchen.de

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DieBiologischen Stationen der Kreise Euskirchen und Düren und der StädteRegion Aachen wurden mit ihrem Projekt „DorfBioTop!“ am 29.5.2018 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. Frau Prof. Dr. Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, überreichte den „Vielfaltsbaum“ und Auszeichnungsurkunden,
die eines klar herausstellen:

Nachahmung erwünscht!

 

Im Rahmen des vom Kreis Euskirchen unterstützten und vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (LEADER) geförderten Projektes „DorfBioTop!“ wird die Biologische Station im Kreis Euskirchen erstmalig Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt im Dorf und im dörflichen Umfeld durchführen. Unter anderem beinhaltet dies die Schaffung und Entwicklung von Lebensräumen für gefährdete Tier- und Pflanzenarten, z.B. für die Rauchschwalbe und Mehlschwalbe. Beispiele hierfür sind das Anbringen von Nisthilfen, eine Beratung für naturnahe Gärten, Trockenmauern und Streuobstwiesen. Über das Projekt soll neben verschiedenen praktischen Maßnahmen eine Hilfestellung für den „modernen Garten“ im Dorf geschaffen werden, der ökologische und zeitgemäße Bewirtschaftungsformen vereint. Ein wichtiger Part im LEADER-Projekt ist die Einbeziehung der Dorfbevölkerung in die Maßnahmenplanung und Umsetzung, sowie eine ortsspezifische Konzeptentwicklung für Erhalt und Förderung der dörflichen Biodiversität.

Beispiele für Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung
der Biologischen Vielfalt im und am Dorf:

Beratung zu:

  • Streuobstwiesen – Lokalsorten, Erhalt, Anlage und Obstverwertung
  • Hecken – regionales Pflanzgut, Anlage und Pflege
  • Alten Nutzpflanzen - Archeprojekte starten, tauschen, sammeln
  • Gärten – Stauden, Kräuter, alternative Bewirtschaftungsformen
  • Wilden Ecken – Ruinen, verwilderte Ecken, Randstreifen tolerieren
  • Nisthilfen – Insekten, Vögel, Fledermäuse und Co. aktiv fördern
  • Bienenfreundliche Bepflanzung - Blühstreifen, Dorfbepflanzung, Gartengestaltung
  • Trockenmauern und Lesesteinhaufen – Anlage, Bepflanzung, Pflege
  • Schulungen - Schnittkurs für Gehölze, Vertiefung Artenkenntnis, Bestimmungskurs
  • Vermittlung umweltpädagogischer Angebote – alle Bildungseinrichtungen
  • Fördermittel – Planung, Finanzierung, Durchführung
  • Weiteren Anfragen zum Thema Biodiversitätsförderung

Umsetzung von Maßnahmen Planung, individuelle Abstimmung, Finanzierungskonzepte, Umsetzung und Prüfung

„Die biologische Vielfalt sollte als Erbe für unsere Kinder und zukünftige Generationen erhalten bleiben“

Selbst durch kleine Maßnahmen (z.B. Insektennisthilfen, blütenreiche Rasensäume) lässt sich ein Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten, sodass sie auch für die zukünftigen Generationen erhalten bleibt.

Interessierte Dörfer, Vereine oder Privatinitiativen sowie Kommunen können sich im Projekt „DorfBioTop!“ noch für die Projektjahre 2018 und 2019 formlos unter j.thelen@biostationeuskirchen.de bewerben. Wichtig für die Planung und Umsetzung einer Maßnahmenidee ist ein fester Ansprechpartner vor Ort.

        

Es wurden Dorfspaziergänge durchgeführt, bei denen zahlreiche ansässige Interessenten oft übersehene Raritäten
neu entdeckten.

       

Ebenso wurden Schnittkurse durchgeführt.

  

 

Der Wiesen-Entdecker-Pfad

Insektenvielfalt und Gartennutzung lassen sich gut unter einen Hut bringen, wenn man die Möglichkeit hat, die Grünfläche zur Mini-Wiese aufwachsen zu lassen. Eingemähte Wege laden Kinder zum Spielen ein, die Lieblingsplätze im Garten sind trotzdem gut erreichbar und die Blütenpracht lädt Insekten und damit auch Vögel ein. Günstig ist dann eine späte Mahd im Juni mittels Balkenmäher.

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Schwalbenaktion in Sistig – Gemeinsam für mehr Artenvielfalt im Ort

Freitag 27.04.18

            

Initiiert durch Bewohner der Ortschaft Sistig wurden am 27.04.18 mit Hilfe eines von ENE-Unternehmensgruppe bereitgestellten Hubliftes Mehlschwalben-Kunstnester und Fledermauskästen an Häusern angebracht. Das zusätzliche Nistangebot soll die hiesigen Schwalben unterstützen, die aufgrund der Flächenversiegelung und dem Verlust der kleinbäuerlichen Viehhaltung immer weniger Baumaterial aus Lehmpfützen finden und daher Schwierigkeiten haben, stabile Nester zu bauen. Das außergewöhnliche Engagement der Sistiger Bürger für Ihre Schwalben will der NABU Kreisverband Euskirchen e.V. in diesem Jahr mit der Auszeichnung als „Schwalbenfreundliches Dorf“ hervorheben.

Über das LEADER-Projekt „DorfBioTop!“ wurden Mitwirkende des NABU Kreisverband Euskirchen e.V., der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Euskirchen, der Biologischen Station im Kreis Euskirchen e.V. sowie die Initiatoren vor Ort zusammengebracht, um ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen. Ziel ist der Erhalt sowie die Förderung des Schwalben- und Fledermausvorkommens im Ort Sistig. Gemeint sind damit Mehl- und Rauchschwalbe, die aufgrund des Rückgangs der landwirtschaftlichen Kleinbetriebe in den Orten und dem verringerten Nahrungsangebot (Stichwort: Insektensterben) vom Bestandsrückgang bedroht sind. Anfragen zu dem Verbleib von heimischen Singvögeln häufen sich, der Rückgang der nachtaktiven Fledermäuse bleibt meist vom Laien unbemerkt.

Selber aktiv werden! Vielfalt in Ihrem Garten:

  • Blühende Stauden, Wildstaudengärten, Blührasen und Wiesensäume im eigenen Garten anlegen (Förderung der Insekten, Schaffung eines Nahrungsangebots für Vögel und Fledermäuse)
  • Einheimische Pflanzen und Gehölze im Garten bevorzugen, keine gefüllten Blüten auf Kosten von Nektar- und Pollenangebot
  • Wilde Ecke anlegen – Gerne mit nur 1 m² anfangen und beobachten
  • Nisthilfen für Vögel und Co. im Garten, am Haus und an Anbauten anbringen
  • Flache Wasserstellen als Trink- und Bademöglichkeit anbieten
  • Schwalbenpfützen anlegen
  • Auch Steingärten lassen sich mit einer Bepflanzung ökologisch aufwerten
  • Lokale Naturschutzvereine unterstützen
  • Lassen Sie Ihr Haus vom NABU Kreisverband Euskirchen e.V. als Schwalbenfreundliches/Fledermausfreundliches Haus auszeichnen

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Presse und Öffentlichkeitsarbeit im LEADER Projekt DorfBiotop:

Presseartikel Auftakt: Eifel aktuell Nordeifel April 2017

Kölner Stadtanzeiger/Euskirchener Land, 24.03.2017

Kölner Stadtanzeiger/Euskirchener Land, 07.09.2017

Kölnische Rundschau, 02.11.2017

Kölner Stadtanzeiger/Euskirchener Land, 12.12.2017

Gemeindeblatt Nettersheim, 02.03.2018

Kölner Stadtanzeiger, 01./02.05.2018

Kölner Stadtanzeiger/Rundschau, 06.06.2018

Kölner Stadtanzeiger/Rundschau, 07.06.2018

Vorträge und Schnittkurse:

Einladung zum Vortrag mit Diskussion "Wildbienen vor der eigenen Haustüre" 07.06.2018

Vortrag "Mehr Arten im Garten" am Donnerstag, dem 22.03.2018

Schnittkurs in Sistig am Samstag, dem 17.02.2018

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https://www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/aktuelle-projekte-beitraege/detail/projekt-details/show/Wettbewerb/2167/