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„Vielmäulige Unterstützung“

– Das LIFE+ Projekt „Allianz für Borstgrasrasen“ setzt eine Ziegenherde in der „Sistiger Heide“ ein

Kreis Euskirchen, Sistig – Das LIFE+ Projekt „Allianz für Borstgrasrasen“ setzt zusammen mit der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege eine über hundertköpfige Ziegenherde ein, um verbuschte Bereiche des Projektgebietes in der Sistiger Heide frei zu stellen. Die Ziegen fressen bevorzugt Blätter und Rinde von jungen Gehölzen, danach werden auch altes überständiges Gras und Kräuter gefressen.

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Blätter und Rinden werden von den Ziegen gern gefressen (Bildautor: M. Schmitz, Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V.).


Um die Offenland-Lebensräume „Arnikawiesen“, Bergmähwiesen, trockene und feuchte Heiden wiederherzustellen, werden in den drei Teilprojektgebieten Hellenthal, Dahlem und Kall vorwiegend mit Nadelgehölzen bestandene Flächen beerntet und zu offenen Wiesen, Weiden und Heiden umgewandelt. Kleinflächig werden aber auch verbuschte Bereiche bearbeitet: Die überwiegend mit jungen Birken, Faulbaum und Weiden bewachsenen Flächen werden durch die Ziegenherde schonend von den Gehölzen freigestellt. Wenn die Tiere ihre Arbeit in dem teilweise sehr unebenen und unzugänglichen Gelände getan haben, können Gräser, Kräuter und Zwergsträucher sich wieder stärker ausbreiten.
Derartig große Ziegenherden gibt es hier im Raum nur wenige. Die Firma Gebr. Deppe GmbH aus dem bergischen Overath, die auf besondere Landschaftspflege spezialisiert ist, hat die große Herde mit Transportern in die Eifel gefahren. Jeden Tag wird der Fortgang der Maßnahme und das Wohl und Wehe der Tiere kontrolliert. Sobald eine Fläche „freigefressen“ ist, wird eine neue Fläche mit elektrischem Weidezaun eingezäunt und die Ziegen werden umgetrieben.

Erste Fichten werden geerntet, schon bald werden Arnika und Co. zurückkehren

– Das LIFE+ Projekt „Allianz für Borstgrasrasen“ beginnt mit den Arbeiten in den Gemeinden Hellenthal und Kall


Kreis Euskirchen, Nettersheim – Durch das LIFE+ Projekt „Allianz für Borstgrasrasen“ werden im August in den Gemeinden Hellenthal und Kall erste Flächen für die Wiederherstellung besonders gefährdeter Offenlandlebensräume freigestellt. In der Gemeinde Dahlem wird im Winter 2013/2014 mit den Arbeiten begonnen.
In der Gemeinde Hellenthal wird im „Ländchen“ gearbeitet, in Kall in der „Sistiger Heide“. Die Nadelgehölze werden geerntet, danach wird auf den Flächen der sogenannte „Schlagabraum“ beseitigt und ein schwerer Forstmulcher fräst die verbliebenen Baumstubben. Bereits jetzt steht Pflanzenmaterial von benachbarten Wiesen, Weiden und Heiden zur Verfügung, welches danach auf die freigeräumten Flächen aufgebracht wird. In diesem Pflanzenmaterial sind die Samen der Pflanzen bereits enthalten, die für die Arnikawiesen, Bergmähwiesen, trockenen und feuchten Heiden typisch sind. Mit dieser Starthilfe werden sich Arnika, Schwarze Flockenblume, Heil-Ziest, Waldstorchenschnabel und Glockenheide bald einfinden.
Um das Aussehen der Landschaft vor Umsetzung der Freistellung und nach Wiederherstellung der offenen Lebensräume dokumentieren zu können, werden die drei Teilprojektgebiete in Hellenthal, Kall und Dahlem in diesen Tagen auch aus einem Flugzeug fotografiert. Auf der Internetseite des Projektes (www.life-borstgrasrasen.eu) können die Aufnahmen schon bald eingesehen werden.

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Die Besucher der Projektgebiete des LIFE+ Projektes „Allianz für Borstgrasrasen“ können sich freuen: Vielleicht leuchtet ihnen schon bald der Lungenenzian entgegen (Bildautor: J. Rodenkirchen).

Fichtenwald gerodet

Platz für Borstgras 

Kölner Stadtanzeiger, 21.08.2013

von Gurdrun Klinkhammer