Presse

Konflikte mit geschützten Arten

Kölner Stadtanzeiger 26.06.2013

 

 

WINDRÄDER Geeignete Gebiete für neue Anlagen gesucht

Nettersheim. Mittlerweile ist ein weiterer Schritt des langwierigen Verfahrens zur Ausweisung weiterer Windkraftkonzentrationszonen in Nettersheim gemacht worden. Die erste Stufe der artenschutzrechtlichen Prüfung wurde am vergangenen Montag im Holzkompetenzzentrum Rheinland vorgestellt und ist mittlerweile auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Dabei handelt es sich um eine erste Einschätzung anhand bereits vorliegender Daten, ob bei den Bereichen, die für die Nutzung der Windkraft in Waldgebieten in Frage kommen, Konflikte mit der dort lebenden Tierwelt zu erwarten sind. Bevor ein Genehmigungsverfahren in Gang gesetzt wird, steht noch eine zweite Stufe der artenschutzrechtlichen Prüfung an, in der die Flächen detailliert unter die Lupe genommen werden.

Als Untersuchungsgegenstand waren drei an der südlichen Gemeindegrenze gelegene Bereiche vorgegeben, die bereits im Vorfeld als eventuelle Standorte von Windkraftanlagen ermittelt worden waren. Ein östlicher findet sich zwischen Tondorf und Hümmel, ein mittlerer südlich von Zingsheim in Richtung Blankenheim und ein westlicher südlich von Marmagen in Richtung Blankenheim-Wald. Untersucht wurden mögliche Konflikte mit geschützten Vogelarten, Fledermäusen und der Wildkatze, die in Nettersheim heimisch ist.

"Diese Flächen wurden über Vorgaben wie Abstand zu Straßen oder Wohnbebauung ermittelt", erläuterte Gregor Stanislowski, Inhaber des ausführenden Ingenieurbüros Lange aus Moers. Insgesamt standen 438 Hektar als theoretisch in Frage kommende Flächen zur Untersuchung an. "Richtiggehende K.o.-Kriterien haben wir keine gefunden", fasste Stanislowski die Ergebnisse zusammen.

Besonders im westlichen Gebiet seien nur geringe bis mittlere Konflikte mit geschützten Arten festgestellt worden. Aber in den anderen Zonen, die größere artenschutzrechtliche Konflikte erwarten ließen, bleibe in der Einzelfallbetrachtung der zweiten Stufe noch einiges zu tun. "Dort wird festgestellt, wo der Schwarzstorch, der in diesem Gebiet eine große Rolle spielt, tatsächlich hinfliegt", gab Stanislowski ein Beispiel. Bevorzugte Futterstellen und Flugwege könnten somit für die Ansiedlung von Windkraftanlagen eine entscheidende Rolle spielen. (sev)

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