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Über 200 Steinkäuzchen beringt

Von Manfred Hilgers

„Dieses Jahr scheint ein gutes Jahr für Steinkäuze zu sein.“ Der Sötenicher Peter Josef Müller hat Grund zur Zufriedenheit. Denn 2011 konnte er bereits über 200 Jungvögel beringen. Und es werden noch einige hinzukommen, schätzt er.

Euskirchen -

„Dieses Jahr scheint ein gutes Jahr für Steinkäuze zu sein.“ Der Sötenicher Peter Josef Müller hat Grund zur Zufriedenheit. Denn 2011 konnte er bereits über 200 Jungvögel beringen. Und es werden noch einige hinzukommen, schätzt er.

Tagelang ist Müller momentan unterwegs, um die jungen Steinkäuze zu registrieren. Mit ihm zieht seine Ehefrau Rita Edelburg-Müller von Streuobstwiese zu Streuobstwiese, öffnet die Bruthöhlen und kennzeichnet die vorgefundenen Käuzchen mit den Ringen der Deutschen Vogelwarte Helgoland.

Im Kreis Euskirchen betreut das Ehepaar Müller rund 85 Brutpaare. In der Regel sind Steinkäuze sehr bodenständige Gesellen. Aber hin und wieder trifft Müller auch mal auf einen „Auswanderer“ aus Belgien.

Auf einer Streuobstwiese bei Nemmenich begleitet Dieter Pasch, Geschäftsführer der Biologischen Station im Kreis Euskirchen, die Müllers. Denn auch seine Einrichtung trägt maßgeblich zum Erhalt der Steinkauz-Population bei. „Die Brutreviere der Steinkäuze sind knapp geworden“, so Pasch. Diese liegen meist im Bereich von Streuobstwiesen, wie sie in früherer Zeit die Ortschaften umschlossen.

Die Biologische Station engagiert sich bereits seit vielen Jahren im Rahmen des Vertragsnaturschutzes für den Erhalt dieser Streuobstwiesen in der Region. Derzeit werden etwa 45 Hektar von 50 Landwirten bewirtschaftet. Dieter Pasch: „Das ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass 75 Prozent der Steinkauz-Population Deutschlands in Nordrhein-Westfalen liegt - und der überwiegende Teil davon im Kreis Euskirchen“, so Dieter Pasch.

Der kleine Vogel liebt Behausungen in einem hohlen Ast oder einer Baumgabel. Da er die aber von Natur aus kaum noch vorfindet, installieren die Müllers nachgebaute Brutröhren in den Bäumen. Die Steinkauz-Eltern lässt die Beringung ihres Nachwuchses erstaunlich kalt. Sie bleiben gelassen im Nest sitzen, wenn Müller in den Baum steigt, den Kasten öffnet und die Jungen herausnimmt.

„Ohne die ehrenamtliche Tätigkeit der Familie Müller hätten wir die Population der Steinkäuze im Kreis Euskirchen nicht“, lobt Dieter Pasch die Arbeit der Sötenicher.

Wichtig für die Aufzucht der Steinkäuze ist die Beweidung der Wiesen durch Rinder, da die das Gras kurz halten. Denn im hohen Grün findet der Kauz seine Beute nicht mehr. Er lebt von Mäusen und Würmern, aber auch Kleinvögel und Amphibien stehen auf seinem Speiseplan.

Sein natürlicher Feind ist der Marder. Aber auch die gemeine Hauskatze ist ihm nicht gut gesonnen. Damit Katzen und Marder den Kauz in der Brutröhre in Ruhe lassen, wird der Stamm mit einem 50 Zentimeter breiten Blech ummantelt, das beide nicht überwinden können.