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Biologische Station: Gesetzgeber würdigt Kompetenz
Geschäftsführer Dieter Pasch und die beiden Vorstandsmitglieder Alfons Lückerath und Volker Hoffmann standen den Medienvertretern Rede und Antwort.

Nettersheim- 10.03.2010
Seit fast 20 Jahren ist die Biologische Station im Kreis Euskirchen in Sachen Erhalt der Biodiversität, Gewässerschutz und Klimaschutz in unermüdlichem Einsatz.
In diesen zwei Dekaden hat sie sich nicht nur als Landschaftspfleger ein hohes Maß an Kompetenz erarbeitet und einen wesentlichen Beitrag zum regionalen Natur- und Artenschutz geleistet, sondern auch ihre starke wirtschaftliche Bedeutung für den ländlichen Raum unterstrichen. »Mit der bisherigen Tätigkeit der Biologischen Station Nettersheim sind mehr als zwölf Millionen Euro in unsere Region geflossen. Fast 7,5 Millionen Euro davon sind direkt über Projekte zum Natur- und Artenschutz sowie zur Gewässerrenaturierung in die hiesige Wirtschaft investiert worden«, so der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) sowie Geschäftsführer der Biologischen Station, Dieter Pasch: »Die Landwirte, die Naturschützer, die Kommunen und die Politik, alle schätzen die hier geleistete Arbeit für den ländlichen Raum ebenso wie die zahlreichen regionalen Firmen, die von Aufträgen der Biologischen Station profitieren.« Das hohe Maß an Kompetenz auf naturschutzfachlicher Ebene, das die Biologische Station in Nettersheim ebenso ausstrahlt wie 39 weitere Bio-Stationen in NRW und allein 145 Landschaftspflegeverbände, ist auch dem Gesetzgeber nicht entgangen. Aus diesem Grund wurde seit dem 1. März die kooperative Arbeit der regional tätigen Landschaftspflegeverbände erstmalig gesetzlich in der Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes verankert.
Mit anderen Worten: Die zuständigen Behörden sollen in Zukunft mit der Ausführung landschaftspflegerischer und gestalterischer Maßnahmen auch die Landschaftspflegeverbände und die Biologischen Stationen beauftragen. Denn: Der Erhalt der Biodiversität, die Pflege und Sicherung des europäischen Naturschutznetzes NATURA 2000, der Gewässer- und Klimaschutz und die Sicherung einer artenreichen Kulturlandschaft sind wichtige Herausforderungen und Ziele für die Zukunft der Landschaften Europas, so begründen die Gesetzgeber die Neufassung des BNatschG. Und um diese wichtigen Ziele zu erreichen, komme man an der Kompetenz der Landschaftspflegeverbände nicht vorbei. »Man hat eingesehen, dass die Biologische Stationen vor Ort bereits über ein komplexes regionales Netzwerk verfügen, das ansonsten quasi erst neu eingerichtet werden müsste, um Zielvorgaben der EU zu realisieren«, so das Vorstandsmitglied der Biologischen Station Alfons Lückerath.
Die künftige Verankerung der Landschaftspflegeverbände/Biologische Stationen im Bundesnaturschutzgesetz bezeichnete Pasch als einen wichtigen Impuls für die Akteure in den Regionen: »Sie privilegiert Landschaftspflegeverbände zur Übernahme wichtiger Zukunftsaufgaben in Deutschland.«
»Der Schutz des Klimas, der Gewässer und der Artenvielfalt stellen zentrale Zukunftsaufgaben dar«, so Pasch weiter. Der erste Vorsitzende der Biologischen Station, Volker Hoffmann, fügte hinzu: »Besonders für den Tourismus sind unsere Arbeiten äußerst wichtig geworden, denn sie machen einen Großteil der regionalen Wertschätzung aus.« Für das Jahr 2010 und auch für die folgenden Jahre hat das Team der Biologischen Station denn auch wieder ein pralles Arbeitsprogramm vor sich. Allein im Kulturlandschaftsprogramm, in dem Landwirte als Dienstleister in der Landschaftspflege tätig sind, müssen kreisweit mehr als 2200 Hektar Fläche »betreut« werden. Tendenz steigend.
»Mit einem Naturschutzgroßprojekt hofft die Biologische Station darüber hinaus in den nächsten Jahren wieder verstärkt europäische Mittel in den Kreis Euskirchen holen zu können«, verriet Dieter Pasch. Im Fördertopf »LIFE+« soll nämlich unter dem Titel »Allianz für Borstgrasrasen« ein Projekt zur Wiederherstellung von orchideenreichen Arnikawiesen auf den Weg gebracht werden. »Mit diesem Naturschutzprojekt könnten erneut 2,5 Millionen Euro in die Region fließen«, zeigte sich Pasch überzeugt. Dabei geht es um eine Fläche von insgesamt 90 Hektar Borstgrasrasen in den Kommunen Kall, Hellenthal und Dahlem.
Als eine weitere wichtige Aufgaben bezeichnete Pasch die wissenschaftlichen Arbeiten in den NATURA-2000-Gebieten. Hier geht es primär um die Arten-Erfassungen in den Bereichen Flora und Fauna, mit der die Biologische Station von Land und Kreis beauftragt wurde. Ebenso wichtig sei auch die weitere Gewässerrenaturierung in der Gemeinde Hellenthal, die es ermöglichen soll, dass sich der Eisvogel hier wieder heimisch fühlt. »Der Eisvogel ist das Hellenthaler Nationalparktier und das Paradetier für das Modellprojekt in der Gemeinde in Sachen naturnaher Gewässerunterhaltung.«
Natürlich wird auch weiterhin in der Eifelregion der Kreise Aachen, Düren und Euskirchen am Erhalt der Streuobstwiesen gearbeitet, um diese alte Kulturlandschaft, die auch als Zufluchtort vieler selten gewordener Tiere dient, am Leben zu erhalten.